Quasi als Geschenk vom Osterhasen dürfen wir euch heute etwas ganz spezielles präsentieren: Ein Interview mit Bernd Muxel, mit 156 Spielen im Dress der I. Kampfmannschaft des FC Raiffeisen Au ein absoluter Routinier. Danke dir Bernd für die ausführliche Beantwortung der Fragen (vor bereits einigen Wochen)!

Ein weiteres kurzes Interview von Noah Gabriel Matt ist auf www.ligaportal.at hier zu finden.

 

Rückblick auf den Herbst 2020 aus persönlicher Sicht und aus jener der Mannschaft?

Aus Mannschafts- und sportlicher Sicht war es trotz der bekanntlich unsicheren und außergewöhnlichen Zeit, in der wir uns befinden, eine sehr erfolgreiche Hinrunde.
Aus persönlicher Sicht muss ich leider sagen, dass ich im Herbst doch etwas Verletzungspech hatte und nahezu den ganzen Herbst mit Beschwerden kämpfte. Zu meinem Bänderriss zu Beginn der Saison kamen dann noch Rückenbeschwerden hinzu. Insofern kam für mich die etwas längere Pause nicht ganz ungelegen.

Wie ist man mit dem Verlauf der Herbstsaison zufrieden?

Wie schon erwähnt sind wir, so wie ich glaube, sehr gut mit der gesamten Covid-Situation umgegangen. Wir haben uns von Minute eins, auch auf Nachdruck des Vorstandes, im gesamten Verein diszipliniert an die Covid-Vorgaben gehalten. Dies war im Nachhinein betrachtet mit Sicherheit ein wesentlicher Erfolgsfaktor für uns. Auf Grund dieser Maßnahmen mussten wir uns weniger mit Quarantäne diverser Spieler, Trainingsausfall oder selbstverschuldeten Spielverschiebungen etc. beschäftigen. Wir konnten uns voll und ganz auf uns konzentrieren. Wenn ich die Spiele mit etwas Distanz Revue passieren lasse, muss ich zugeben, dass wir sicherlich das eine oder andere Mal das Glück auf unserer Seite hatten, aber wie sagt man so schön, das Glück des Tüchtigen ;-). Dass wir es können, wussten wir schon länger, nun wissen es auch andere. Zusammengefasst konnten wir den Herbstdurchgang mit dem für uns über den Erwartungen liegenden hervorragenden 2. Platz beenden.

Fußball und Corona – waren die Maßnahmen gerechtfertigt bzw. Stellungnahme zur aktuellen Situation?

Da ich weder Politiker noch Virologe bin, kann ich zur Rechtfertigung der Maßnahmen nicht wirklich viel sagen. Meiner Meinung nach waren die Maßnahmen zu Beginn der Saison mit Sicherheit in gewisser Weise nachvollziehbar und auch auf Grund der Ungewissheit, die das Virus mit sich brachte, gerechtfertigt. Mittlerweile gibt es zum Glück Möglichkeiten, um vor allem den Kindern das Trainieren wieder zu ermöglichen (Stichwort Testen). Die Akademie hat vorgemacht wie es funktionieren kann. Um die Erwachsenenligen sinnvoll durchführen zu können, bedarf es noch weiterer Faktoren, die zuerst geklärt werden müssen. Ich bin schon der Meinung, dass der Sport und die Bewegung – gerade in Zeiten wie diesen – noch wichtiger ist. So gesehen vermisse ich das Gesamtkonzept, welches auch die Folgeerscheinungen von dieser Pandemie behandeln. Allerdings beneide ich derzeit keinen der Entscheidungsträger und aus der Zuschauerperspektive zu urteilen ist immer etwas leichter.

Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft?

Die Stimmung beim FC Raiffeisen Au ist für gewöhnlich immer sehr gut und das Miteinander steht seit jeher im Vordergrund. Kommt dann der heiß ersehnte Erfolg noch dazu, macht das Ganze natürlich noch mehr Spaß.

Wie läuft aktuell das Training ab?

Derzeit trainiert jeder für sich alleine mit einem individuell angepassten Trainingsplan seitens des Trainers. Wir versuchen uns so gut es geht fit zu halten, auch ohne das runde Leder. Es ist natürlich nicht vergleichbar mit einem herkömmlichen Mannschaftstraining, da auch hier der soziale Aspekt vollends fehlt. Umso schöner wird es dann wieder, wenn wir wieder mit dem normalen Trainingsbetrieb starten dürfen.

Wird die Rückrunde gespielt werden können?

Ich habe leider keine Glaskugel. Ich denke die Frage kann derzeit noch niemand mit Gewissheit beantworten – ich würde sagen es bleibt spannend.

Titelfavorit in der eigenen Liga? Eigene Ziele und jene der Mannschaft?

Titelfavorit sind mit Sicherheit unsere Freunde vom FC Schwarzenberg, die auf dem ersten Tabellenplatz in die Winterpause gegangen sind. Unser Ziel wäre es natürlich aus der zweiten Reihe zu lauern und mit dem Quäntchen Glück am Ende dann doch vielleicht ganz oben an der Tabellenspitze zu stehen. Dass wir das Potential dazu mitbringen, haben wir schon unter Beweis gestellt und wenn unsere jungen Wilden sich weiter so gut entwickeln wie bisher, dann sehe ich sehr positiv in die Zukunft. Wenn man am Ende einer Saison als Meister vom Platz gehen will, müssen viele Faktoren stimmen. So gesehen ist erst Halbzeit und abgerechnet wird erst, wenn es vorbei ist. Für mich persönlich ist wichtig verletzungsfrei zu bleiben und die Mannschaft somit wieder unterstützen zu können.